Authentisches Tandoori-Hähnchen
Tandoori-Hähnchen ist eines der sinnbildlichsten Gerichte der indischen Küche. Seine Farbe stammt nicht von einem Farbstoff, sondern von Kaschmir-Chili, und sein ganzer Charakter hängt an zwei Handgriffen, die schnelle Rezepte übergehen: ein Masala, das erst im letzten Moment geröstet und gemahlen wird, und ein abgetropfter Joghurt, der wirklich am Fleisch haftet.
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Zutaten
- Hähnchenkeulen (oder 1 ganzes Hähnchen, zerteilt): 8
- Limettensaft: 1
- Salz: 1 Esslöffel
- Knoblauch-Ingwer-Paste: 1 Esslöffel
- Dicker griechischer Joghurt: 150g
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Kaschmir-Chili: 2 Esslöffel
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Kurkuma: 1 Teelöffel
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Koriandersamen (für das Masala): 2 Esslöffel
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Kreuzkümmelsamen (für das Masala): 1 Esslöffel
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Grüne Kardamomkapseln: 4-5 Stück
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Nelken: 3
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Ceylon-Zimtstange: 1
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Schwarze Pfefferkörner: 1 Teelöffel (optional)
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Kasuri Methi (getrocknete Bockshornkleeblätter, zerkrümelt): eine Prise, zum Bestreuen
Anleitung
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1
Das hausgemachte Masala — Koriander- und Kreuzkümmelsamen, Kardamom, Nelken und die Zimtstange 2 bis 3 Minuten bei mittlerer Hitze trocken in einer Pfanne rösten. Ständig rühren und vom Herd nehmen, sobald der Kreuzkümmel dunkler wird und der Duft aufsteigt: Wenige Sekunden zu viel genügen, und die Bitterkeit setzt sich fest. Vor dem Mahlen vollständig abkühlen lassen, sonst entsteht eine Paste statt eines Pulvers.
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2
Den Joghurt abtropfen lassen — Den griechischen Joghurt in ein mit einem feinen Tuch ausgelegtes Sieb geben und 30 Minuten bis 1 Stunde in den Kühlschrank stellen. Diesen Schritt lassen alle aus, und er entscheidet über das Ergebnis: Zu feuchter Joghurt rutscht vom Hähnchen ab, statt daran zu haften, gibt dann im Ofen sein Wasser ab und dünstet das Fleisch, anstatt es anzubraten.
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3
Der Limetten-Flash — Das Hähnchen tief bis auf den Knochen einschneiden, zwei- bis dreimal pro Stück. Mit Limettensaft, Salz und Ingwer-Knoblauch-Paste einreiben, dann 20 Minuten ruhen lassen. Die Einschnitte sind nicht dekorativ: Sie öffnen Salz und Säure den Weg und verkürzen die Garzeit bis zum Kern.
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4
Die königliche Hülle — Den abgetropften Joghurt mit dem frisch gemahlenen Masala, dem Kaschmir-Chili und der Kurkuma verrühren. Das Hähnchen ausgiebig massieren, damit die Paste in jeden Einschnitt dringt.
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5
Geduld — Mindestens 6 Stunden im Kühlschrank marinieren, über Nacht ist besser. Das Hähnchen 30 Minuten vor dem Garen herausnehmen: Noch eiskaltes Fleisch trocknet an der Oberfläche aus, bevor es im Kern gar ist.
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6
Das Feuer — Auf dem Grill 5 Minuten pro Seite über heißer Glut, dann 20 Minuten in der kühleren Zone bei geschlossenem Deckel. Im Ofen 240 °C auf einem Rost mit einem Blech darunter zum Auffangen der Säfte, 25 Minuten, nach der Hälfte mit zerlassener Butter bestreichen. Im Kamin auf einem erhöhten Rost über Eichen- oder Buchenglut.
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7
Die Röstblasen — Sie sind das Markenzeichen des Tandoori, und ein Haushaltsofen liefert sie nicht von allein. 2 bis 3 Minuten unter dem Grill abschließen, ohne das Blech aus den Augen zu lassen. Gesucht sind punktuelle schwarze Blasen an den Kanten, keine gleichmäßige Bräunung.
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8
Der richtige Garpunkt — In den dicksten Teil der Keule stechen. Der Saft muss klar austreten, ohne rosa Spur; mit dem Thermometer 74 °C im Kern anpeilen, den Knochen dabei meiden.
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9
Die Ruhezeit — Vor dem Servieren 5 Minuten ruhen lassen. Die Fasern entspannen sich und der Saft verteilt sich neu, statt auf den Teller zu laufen.
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10
Das Anrichten — Im allerletzten Moment mit Limette beträufeln und mit lauwarmen Naans, roten Zwiebelringen und einem Minz-Chutney servieren. Für den indischen Abschluss eine Prise Kasuri Methi zwischen den Handflächen über dem Gericht zerreiben.
Tipps
Ein im letzten Moment gemahlenes Masala setzt ätherische Öle frei, die ein gekauftes Pulver längst verloren hat. Das ist der erste Geschmacksunterschied zu einem Kantinen-Tandoori. Kaschmir-Chili gibt die Farbe ohne künstlichen Farbstoff. Es ist ein mildes Chili — 1 000 bis 2 000 Scoville-Einheiten gegenüber 30 000 bis 50 000 bei Cayenne — aber eines der capsanthinreichsten der Welt: In Indien wird es nach seinem Farbwert gekauft, nicht nach seiner Schärfe. Deshalb können Sie zwei Esslöffel verwenden, ohne dass das Gericht scharf wird. Ein Restaurant-Tandoori verdankt sein kräftiges Rot oft einem Lebensmittelfarbstoff: Ihres wird orangefarbener ausfallen, und das ist ein gutes Zeichen. Für ein deutlich kräftigeres Rot, weiterhin ohne alles Künstliche: das Chili vor dem Untermischen in Fett ziehen lassen. Das Pigment ist fettlöslich, weshalb ein Fett die Farbe weit besser herauslöst als Joghurt allein. Einen Teelöffel Kaschmir-Chili in zwei Esslöffel lauwarmes Ghee geben, außerhalb des Herds, fünf Minuten ziehen lassen und alles in die Marinade rühren. Es ist das Prinzip des indischen Tadka, auf die Farbe angewandt. Und das Rauchige? Es kommt nicht aus einem Gewürz, sondern aus dem Ofen. Ein Tandoor erreicht 450 °C, und das auf die Glut tropfende Fett steigt als Rauch wieder durch das Fleisch. Der entsprechende Handgriff zu Hause heißt Dhungar: Stellen Sie ein Schälchen mitten in das marinierte Hähnchen, legen Sie ein glühendes Stück Holzkohle hinein, gießen Sie einen Teelöffel Ghee darüber und decken Sie sofort ab. Zwei bis drei Minuten genügen. Genau danach greift man in Wahrheit, wenn man zu geräuchertem Paprika greift — der spanisch ist, nicht indisch: In Indien trocknen Chilis in der Sonne, nie über Rauch. Kein Grill? Ein sehr heißer Ofen, gefolgt von einigen Minuten unter dem Grill, bildet das Wesentliche des Tandoors nach: trockene, brutale Hitze und am Ende direkter Kontakt mit der Flamme. Hähnchen mit Knochen, aber ohne Haut ist der beste Kompromiss: Der Knochen schützt das Fleisch vor dem Austrocknen, und die fehlende Haut lässt die Marinade direkt am Fleisch haften.
Verwendete Gewürze
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